Als Mama verloren, Ă¼berfordert und ständig versagt – das war das Beste, was mir passieren konnte!
"Inmitten der Schwierigkeiten liegt die Möglichkeit."
–Albert Einstein
Ich habe zwei Leben.
Eines vor der Geburt meiner ersten Kinder – Zwillinge – und das Leben, was damit begann. Mein Mamaleben. Aber eben nicht nur, denn Ich bin nicht nur Mama. Ja, das ist jetzt ein Teil meiner Identität. Aber ich war als Mama auch deswegen so dĂ¼nnhäutig, unsicher und schnell wĂ¼tend, weil mir andere Säulen meines Lebens und meiner Identität weggebrochen waren, mein Beruf als Nachrichtenredakteurin und Joiurnalistin zum Beispiel (der aber nicht vollkommen meine Berufung war).
Als ich Mama wurde, war ich – wie gesagt – vor allem erstmal ziemlich Ă¼berfordert, unsicher und dĂ¼nnhäutig. Lassen wir jetzt mal kurz den ganzen Schlafmangel, die Unsicherheit, wie man denn jetzt mit so kleinen Babys umgeht, die Hormonkirmes, den veränderten Körper und Co. auĂŸen vor. Das ist ja allein schon Ă¼berfordernd genug, und auch da fehlen vielen MĂ¼ttern einfĂ¼hlsame, stärkende Begleiterinnen, die aufrichtig zuhören, Mut machen, Sicherheit geben.
Was ich vor meinem Mamaleben nicht wusste: Ich war nicht nur ein Arbeitstier (okay, das ahnte ich schon irgemdwie). Ich brauchte Leistung und Anstrengung, um das GefĂ¼hl zu haben, wertvoll zu sein. Wenn ich viel leistete, Ziele erreichte, sichtbare Ergebnisse, einen Titel und ein bestimmtes Einkommen hatte, fĂ¼hlte ich mich sicher. Ich fĂ¼hlte mich sicher, akzeptiert, liebenswert UND: Es gab mir das GefĂ¼hl von Kontrolle. Ich konnte mit meiner Anstrengung, Dinge zu erreichen in mir das GefĂ¼hl erstellen, dass ich Einfluss nehmen kann. Das ist, wie ich heute als Mastercoachin weiĂŸ, eine Notstraetgie. Denn mir fehlten under anderem Vertrauen – Vertrauen in mich, Vertrauen ins Leben – und gesunde Werkzeuge, mit Stress umzugehen.
Mein altes Leben brach in sich zusammen
Jetzt war ich Mutter von zwei Babys, die ganz schön viel brĂ¼llten, die sich kaum ablegen lieĂŸen, die den Kinderwagen nicht mochten und die halt auch meistens einer zu viel waren, um stundenlang getragen zu werden. Mein kontrollierbares Leben im- und explodierte. Ich hatte permanent das GefĂ¼hl zu versagen und es nicht gut genug zu machen. Ich kämpfte um Fassung. Ich verlor sie. Schämte und ärgerte mich Ă¼ber mich. Alle anderen schienen es doch auch hinzukriegen! Nach einem Jahr hatte sich natĂ¼rlich einiges eingespielt. Gleichzeitig waren meine Reserven völlig aufgebraucht, meine Nerven lagen blank, so konnte es nicht weitergehen. Zudem machten sich meine Söhne auf in die erste Autonomiephase und wollten immer mehr SELBST, ICH, NEIN, DAS!
Ich brauchte Werkzeuge fĂ¼r mich. FĂ¼r meine Gelassenheit, fĂ¼r meine Kraft und fĂ¼r meine Freude. Und ich brauchte Werkzeuge fĂ¼r diese Kinder. Denn ich wollte sie nicht zurechtstutzen, verbiegen, anpassen und ihrem SelbstwertgefĂ¼hl schaden. Ich wollte sie so ins Leben begleiten, dass sie Selbstliebe, Resilienz, Lebensfreude und Beziehungsfähigkeit entwickeln (und dass sie eben nicht so einen schweren Lebensrucksack wie ich mit sich herumschleppen mussten). Ich brauchte auch Wissen darĂ¼ber, was sie brauchen, wie sie sich entwickeln, was wann eigentlich "normal" ist.
Der Weg heraus aus dem Loch
Ich legte los. Nicht, weil mir langweilig war, sondern weil ich anders nicht mehr konnte. Ich las. hörte Podcasts, machte etliche Kurse, nahm Coachings. Und es half! Nicht von jetzt auf gleich, aber ich nahm die Scherben meiner "alten Juli" und die ĂœberforderungstrĂ¼mmer des Mamaseins und setzte mich nach und nach neu zusammen.
Ich begann mich und meine Muster zu verstehen. Ich lernte nach und nach milder mit mir zu sein, freundlicher. Ich lernte, mich besser um mich zu kĂ¼mmern, Grenzen zu setzen und mich nicht immer auf der Prioritätenliste noch hinter der SpĂ¼lmaschine und dem Sand im Flur einzuordnen.
Ich lernte, wie ich mit hauenden, schreienden, beiĂŸenden und kratzenden Kleinkindern umgehen kann, ohne ihnen zu schaden, sie zu strafen und unter Druck zu setzen.
Ich war in eine neue Welt eingetaucht – genau genommen in zwei. In die des erwachsenen Gehirns und Nervensystems und in den Kosmos der kindlichen Entwicklung und dem Verhalten der Kinder. Wie werden wir die, die wir sind? Wie verändern wir das? Wie funktioniert unser Gehirn dabei und wie kann ich die kraftvollste und gelassenste Version meiner selbst sein. Welche BedĂ¼rfnisse haben kleine und groĂŸe Menschen und wie erfĂ¼llen wir sie gesund?
Wir alle brauchen das!
Ich sah, dass nicht nur ich all das brauchte, sondern eigentlich jede Mutter, die mir Ă¼ber den Weg lief und die auf meinen damaligen doppelkinder-Blog antwortete (Väter brauchen das auch, aber sie sind oft nicht exakt wie MĂ¼tter herausgefordert, da ihr Körper nicht durch Schwangerschaft und Geburt geht und sie meist in ihrem Beruf verwurzelt bleiben etc.) Ich wollte nicht mehr nur mit meinem Blog Mut machen. Ich wollte echte Wegbegleiterin, Bestärkerin, Mutmacherin sein: Ich entschied mich fĂ¼r meine erste Coachingausbildung. Etliche Weiterbildungen folgten, ich hatte Feuer gefangen.
Nach wie vor fasziniert und begeistert mich nichts mehr als diese beiden Welten. denn wenn wir in unserer Erwachsenenwelt, die ich eben beschrieben habe, einigermaĂŸen im Gleichgewicht und in der Steuerung sind, können wir in den Kinderkosmos eintauchen und unsere Kinder dort erreichen. Sie dort immer wieder abholen und ihnen tausende kleine und grĂ¶ĂŸere bestärkende Beziehungs- und BindungsbrĂ¼cken bauen, damit sie Ă¼ber die Kindheitsjahre mit uns gesund, gestärkt, resilient und mit Selbstliebe im Erwachsenenkosmos ankommen. Das ist das, was nicht nur. mir gefehlt aht sondern zahllosen anderen Erwachsenen ebenfalls. Uhd immer noch fehlt. Denn schau dich nur um, die Welt ist voller ungesunder Behelfsstrategien: Ständig am Handy sein, zu viel trinken, essen, shoppen – was auch immer (das ist keine Verurteiling, es ist eine Beobachtung. Been there, done that!).
Durch unsere eigene Balance schaffen wir automatisch eine andere Gesellschaft
FĂ¼r die innere Balance, das Wohlbefinden und die Gesundheit unserer Kinder und jedes Menschen und damit unserer Gesellschaft gibt es nichts Wichtigeres als das. Und – nenn mich eine hoffnungslose Romantikerin, aber als Kennerin der menschlichen emotionalen GrundbedĂ¼rfnisse und von Notfallstrategien bin ich unbeirrbar Ă¼berzeugt: Wenn wir alle von Kind auf lernen, gesund mit uns, unseren BedĂ¼rfnissen und GefĂ¼hlen umzugehen, lebt nicht nur der einzelne Mensch zufriedener, friedlicher und gesĂ¼nder.
Dann leben Familien anders und dann lebt die Gesellschaft friedlicher. Niemand, der sich gut und gesund um sich kĂ¼mmern kann, der sich genug und sicher fĂ¼hlt, greift andere an, nimmt ihnen etwas weg, zettelt Kriege an. AuĂŸerdem können wir als soziale Wesen gar nicht anders, als einander zu beeinflussen. Positiv oder negativ, wir haben die Wahl.
Ich schreibe das, weil wir als Weggeherinnen und BefĂ¼rworterinnen einer neuen Erziehung, Elternschaft und Kindheit gerne belächelt und nicht so ernst genommen werden. Aber da gibt mir der wissenschaftliche Background meiner Ausbildungen alle Ăœberzeugung, Sicherheit und Entschlossenheit, um diesen Weg zu beschreiten – gemeinsam mit so vielen anderen Menschen wie möglich.
Bist du dabei?
Mit so vielen anderen Frauen wie möglich. Männer und Menschen,, die sich als männlich lesen, mag ich auch. Gleichzeitig habe ich zu Frauen eine besondere Verbindung, spĂ¼re ich hier eine besondere Begeisterung und letzten Endes sind sie es, die zu 99,9% zu mir kommen, um sich weiterzuentwickeln, zu lernen und diesen Weg ebenfalls zu beschreiten.
Also: Bist du dabei? Legen wir los und verändern wir nichts geringeres als die Welt?
Prima, dann lies am besten direkt hier weiter: